Design gegen Verschwendung

Mit einem innovativen Designkonzept suchen Wissenschaftler und Hersteller nach der Lösung, Abfall in Nährstoffe zu verwandeln und die Konsumenten in eine sichere und gesunde Zukunft zu führen.

 Die Nachrichten mag man schon gar nicht mehr hören oder lesen: Die Müll-, Schrott- und Plastikberge wachsen, Biotope und Rohstoffquellen schwinden und die Gesundheit von Mensch und Natur geht vor die Hunde. Um jedes Gramm im Umweltschutz und jedes Grad im Klimaschutz wird gerungen. Intelligente Konzepte sind gefragt, bei denen Produkte weder verschwendet werden, noch für Mensch und Natur schädlich sind.

Gesundheitsgefährdende Konsumgüter

Dass ein Umdenken nötig ist, zeigen bereits wenige Beispiele aus dem Konsumalltag. Joghurtbecher sind aus über 600 Chemikalien zusammen gesetzt. Der Deckel besteht nicht nur aus Aluminium, sondern ist versiegelt, mit Bindemitteln, Pigmenten, Photoinitiatoren und Zusätzen behaftet. Der Becher nur Kunststoff? Allein seine Zutaten würden Seiten füllen. Bleioxid in Trinkgläsern, Antimon in Plastiksaftflaschen, Nickel im Euro, Bremsbeläge ohne Blei und Asbest, dafür aber mit Antimonsulfiden, die weitaus krebserregender sind. Selbst profanes Toilettenpapier enthält mehr Chemikalien als ein Chemiebaukasten für Fortgeschrittene.

Abkehr von der Verschwendung

Die Ergebnisse stammen aus Analysen der EPEA Internationale Umweltforschung GMBH, einem unabhängigen, betriebswirtschaftlich geführten Institut mit Sitz in Hamburg. Gründer und wissenschaftlicher Geschäftsführer: Professor Dr. Michael Braungart, promovierter Chemiker, ehemaliger Greenpeace-Aktivist und weltweit beschäftigter Wissenschaftler und Berater für öko-effektive Produkte. Seine Idee: Abfall wird Nahrung! Cradle to Cradle® (von der Wiege zur Wiege) nennt er die Abkehr von der Verschwendung. Dahinter steht ein innovatives Design, das über Form und Funktionalität hinausgeht und in allen Bereichen menschlichen Konsums Anwendung finden kann. „Cradle to Cradle®-Produkte“, so Prof. Dr. Michael Braungart, „werden mit besonderem Augenmerk auf ihre Inhaltsstoffe entwickelt und bieten eine neue Dimension von Produktqualität und Sicherheit. Damit sind sie herkömmlichen Produkten wirtschaftlich, ökologisch und sozial überlegen.“

Biologischer Kreislauf für Naturstoffe

Die gute Nachricht für Verbraucher: Konsum findet auch weiterhin statt. Die schlechte: Das Entsorgen von Produkten wird schwieriger. Rein in die falsche Tonne und weg, das war einmal. Die Entstehung, Nutzung und Verwertung von Produkten verläuft in zwei scharf abgrenzbaren Kreisläufen. Der biologische Kreislauf ist Verbrauchsgütern wie Naturfasern, Kosmetikprodukten, Waschmittel, etc. vorbehalten. „Sie sind so konzipiert, dass sie in einem biologischen Kreislauf immer wieder verwendet werden können“, erklärt Prof. Dr. Braungart. „Sie werden zu biologischen Nährstoffen zersetzt und fördern biologische Systeme, zum Beispiel das Wachstum von Pflanzen. Aus den nachwachsenden Rohstoffen können dann neue Produkte hergestellt werden.“

Technischer Kreislauf für Gebrauchsgüter

Gebrauchsgüter wie Fernsehgeräte, Autos, synthetische Fasern, etc. werden in technischen Kreisläufen gehalten. Nach Erfüllung ihrer Funktion werden sie von ihren Herstellern zurückgenommen, zu sogenannten technischen Nährstoffen zerlegt und zur Produktion neuer Gebrauchsgüter eingesetzt. Dem Benutzer wird letztendlich nur die entsprechende Dienstleistung, zum Beispiel der Fernsehempfang, zur Verfügung gestellt. Das Cradle to Cradle®-Designkonzept soll den Weg zu einem neuen Wirtschaftssystem bereiten, in dem Produkte und Prozesse nicht reglementiert werden müssen, um die Umwelt weniger zu schädigen. Statt negative Konsequenzen zu minimieren, sollen Produktions- und Konsumprozesse so optimiert werden, dass Nährstoffe in Kreisläufen erhalten und wieder verwendet werden können. Vorbild dieses Konzeptes ist die Natur, in der alle Stoffe in Kreisläufen verwertet und nicht verschwendet werden.

Es gibt bereits Hersteller, die das Cradle to Cradle®-Design mit Produkten umsetzen:

Weitere Infos unter:

 

Text und Synonym-Foto: ©Oliver Wessel

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