Bewegungsmelder mit „Röntgenblick“

Automatikschalter, Bewegungs- und Präsenzmelder sind eine feine Sache. Sie schalten Licht ein und aus, ohne dass man einen Lichtschalter bedienen muss. Das ist nicht nur bequem und sicher. Das spart auch Energie, weil die Beleuchtung nur bei Bedarf eingeschaltet wird. Vorausgesetzt, die Melder sind richtig installiert.

 Ertappt! Ein Bewegungsmelder hat mich erfasst und das Licht im Hauseingang eingeschaltet. Ist gut gemeint, aber ich gehe nicht zur Tür, sondern am Haus vorbei. Hin und wieder lösen sogar vorbeifahrende Autos das Licht aus. Da ist wohl ein Bewegungsmelder nicht richtig justiert worden. Ärgerlich. Denn eigentlich soll das Gerät nicht nur für mehr Komfort und Sicherheit sorgen. Man spart auch Energie und damit Stromkosten ein, weil Licht nur angeschaltet wird, wenn man es braucht. „Hat da schon wieder jemand das Licht brennen lassen?“ Mindestens einmal am Tag kriegt man diesen Satz zu hören. Vielleicht waren gerade nicht die Hände frei, den Schalter zu bedienen, vielleicht musste es schnell gehen oder die Gedanken waren sonst wo. Ausreden gibt es viele, Lösungen nur ganz wenige. Sie nennen sich Automatikschalter, Bewegungs- oder Präsenzmelder, je nach Einsatzart. Ihre Sensoren arbeiten mit Infrarot, elektromagnetischen Wellen oder Ultraschall, die auf Bewegung, Temperatur oder Körper reagieren.

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Gira Tectiv 220° (Schnittansicht)

 Berührungslose Lichtschalter

Automatikschalter und Bewegungsmelder sind berührungslose Lichtschalter. Tritt in der Dämmerung oder im Dunkeln jemand in ihren Erfassungsbereich, schalten sie das Licht ein. Nach Ablauf einer programmierbaren Zeit wird das Licht automatisch wieder ausgeschaltet. Ihr Vorteil: Niemand muss einen Lichtschalter bedienen und kann das Ausschalten nicht vergessen. Praktisch sind diese Melder drinnen wie draußen, um Lichtquellen zur Orientierung oder Abschreckung bei Annäherung einzuschalten. Präsenzmelder arbeiten nach dem gleichen Prinzip, sind aber wesentlich empfindlicher. Sie schalten ebenfalls die Beleuchtung ein und lassen sie so lange eingeschaltet, wie ihre Sensoren Bewegungen im Raum wahrnehmen. Erst, wenn keine Aktivitäten mehr registriert werden, wird die Beleuchtung wieder ausgeschaltet. Präsenzmelder findet man vor allem an Arbeitsplätzen in Büros.

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Gira Automatikschalter 2 Komfort für hohe Einbauzonen, Gira Esprit, Glas mint

 

 Erfassungsbereich durch Wände und Türen hindurch

Seit kurzem sind zwei Bewegungsmelder auf dem Markt, deren Erfassungsbereich weit über den sichtbaren Bereich hinausgeht. Die Geräte können Bewegungen hinter Wänden und Türen wahrnehmen, Licht je nach Annäherung in unterschiedlicher Intensität einschalten und sogar Türen öffnen. Vielleicht ein Zeichen: Die beiden außergewöhnlichen Bewegungsmelder wurden nur sechs Kilometer vom Geburtsort des Physikers Wilhelm Conrad Röntgen entfernt entwickelt. Während das Deutsche Röntgen-Museum in Remscheid-Lennep Meilensteine der Wissenschaft zeigt, hat der Elektrosystemhersteller Gira im benachbarten Radevormwald den Gira Sensotec und den Gira Sensotec LED entwickelt. Die beiden zeichnen sich nicht nur durch ihr technisches Können und ein zeitloses Design aus. Sie werden auch extrem flach an der Wand installiert und fügen sich nahtlos in die Gira Schalterprogramme ein.

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 Sonar statt Infrarot

Gewöhnliche Automatikschalter arbeiten mit Infrarotsensoren. Sie registrieren die Wärme der Umgebung und reagieren auf Temperaturschwankungen. Wärme abstrahlende Körper lösen den Schaltvorgang aus. Sind Umgebung und Körper gleichwarm, kann es zu Fehlauslösungen kommen. Der Gira Sensotec und der Gira Sensotec LED hingegen arbeiten – nein, natürlich nicht mit gefährlicher Röntgenstrahlung. Ihre Hochfrequenzsensoren nutzen ähnlich einem Sonar den Dopplereffekt. Sie senden elektromagnetische Wellen aus und erkennen an der ungleichmäßig reflektierten Frequenz, dass jemand in den Erfassungsbereich tritt. Das macht den Sensor temperaturunabhängig und zuverlässig.

 Beleuchtung ohne Blendwirkung

Sobald der Hochfrequenzsensor des Gira Sensotec eine Bewegung in einem vordefinierten Fernerfassungsbereich erkennt, schaltet er die Raumbeleuchtung gedimmt ein. So wird der Raum ausgeleuchtet, ohne die eintretende Person zu blenden. Wenn man aus einer dunklen in eine helle Umgebung tritt, müssen sich die Pupillen der Augen erst an das Licht gewöhnen. Die Technik verhindert, dass man blind und orientierungslos im Raum steht. Ein programmierbares Zeitfenster schaltet die Beleuchtung automatisch aus, sobald der Sensor keine Bewegungen mehr wahrnimmt.

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 Ideal an sensiblen Orten

Im Nahbereich reagiert der Gira Sensotec auf Bewegung wenige Zentimeter von seiner Oberfläche entfernt, um die Raumbeleuchtung zu 100 Prozent einzuschalten. Ein Berühren des Schalters ist nicht nötig. Der Gira Sensotec ist der ideale Lichtschalter an sensiblen Orten wie Krankenhäusern, Arztpraxen, Kundentoiletten, Parkhäusern oder Hausfluren. Gerade dort, wo viel Publikumsverkehr herrscht, möchte man Lichtschalter so wenig wie möglich berühren. Anhaftender Schmutz, Bakterien und Viren werden bei jedem Schaltvorgang weitergereicht und sind ein Gesundheitsrisiko.

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 Drei Geräte in einem

Der Gira Sensotec LED funktioniert auf dieselbe Weise. Nur hat er die Orientierungsleuchte gleich eingebaut. Sie wird eingeschaltet und dient der Orientierung im Raum, sobald eine Bewegung im Fernbereich registriert wird. Bewegungen im Nahbereich schalten die Raumbeleuchtung zu 100 Prozent ein. Damit vereint der Gira Sensotec LED die Funktionen eines Bewegungsmelders, einer LED-Orientierungsleuchte und eines berührungslosen Lichtschalters in einem Gerät. Auch hier kann die Nachlaufzeit des eingeschalteten Lichts individuell bestimmt werden. Nach Ablauf und ohne weitere Bewegung wird die Lichtquelle automatisch ausgeschaltet.

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Gira Sensotec LED, sichere Orientierung in Fluren und Treppenhäusern

Neue Einsatzbereiche

Die neue Technik eröffnet neue Einsatzgebiete. Je nach Beschaffenheit von Wand und Türen (Dichte, Material) erfasst der Sensor auch Bereiche dahinter und sogar um die Ecke. Reflektierende Oberflächen können die Reichweite zusätzlich verstärken oder mindern. Das kann besonders hilfreich in verwinkelten Fluren, Treppenhäusern und Garagen sein. Bewegungen können auch durch Materialien wie Glas, Stein, Gipskarton und Holz hindurch erkannt werden. In Verbindung mit einem Koppelrelais können die Gira Sensotec-Geräte als berührungslose Türöffner zum Beispiel in öffentlichen Toiletten, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen eingesetzt werden. In Eingangsbereichen installiert kann der Gira Sensotec auch der Abschreckung ungebetener Gäste dienen. Während außen angebrachte Bewegungsmelder zu sehen sind, ist der im Innenraum installierte Gira Sensotec von außen unsichtbar. Nähert sich jemand der Außentür, schaltet er die Innenbeleuchtung ein. Der Annähernde muss damit rechnen, dass jemand zuhause ist und ihn entdecken könnte. Eine gute Abschreckung also für Unbefugte.

 Weitere Infos unter www.gira.de und bei Ihrem Elektrofachmann.

Text: Oliver Wessel                                                                                                                                       Fotos: Gira Giersiepen GmbH & Co. KG

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