Babywindeln lösen Großalarm aus

Heinsberg. Mindestens ein Dutzend kotgefüllter Babywindeln haben in Heinsberg am Montagnachmittag auf der Geilenkirchener Straße kurz hinter dem Kreisverkehr zu einem Verkehrschaos und einem Großaufgebot an Suchmannschaften geführt. Verpackt in einer großen Mülltüte sind die Windeln vermutlich aus einem fahrenden Auto heraus am Straßenrand entsorgt worden. „Wir gehen davon aus, dass der PVC-Sack absichtlich aus einem fahrenden PKW geschleudert worden ist, um sich den gebrauchten Einweg-Windeln zu entledigen“, so ein Sprecher des Straßenmeisterei. Beim Aufprall auf den harten Fahrbahnrand ist die Tüte aufgeplatzt. Dadurch konnten sich die Windeln im Straßengraben und am Fahrbahnrand verteilen. Nachfolgende Autos haben dann den glitschigen Inhalt auf dem Asphalt breitgefahren. Einige Autofahrer beklagten sich über braune und grüne Spritzer auf Autolack und Windschutzscheibe. „Eine echte Sauerei“, schimpfte einer der betroffenen Autofahrer. Ein anderer nahm es mit Humor. „Wir sind hier ja schon an die Scheiße gewöhnt. Ob es sich um tierische Gülle oder menschliche Fäkalien handelt, das Ergebnis ist doch dasselbe. Es sieht Kacke aus, macht fiese Flecken und stinkt!“

Gefährliche Abfälle illegal entsorgt

Nun sucht die Polizei Zeugen der illegalen Windelentsorgung. „Andernfalls muss der Steuerzahler für die Kosten der zweistündigen Straßensperrung und der Reinigung des Asphalts mit einem Speziallösungsmittel aufkommen“, so der Sprecher weiter. „Windeln gelten nach dem Abafallgesetz als Sondermüll. „Wir haben es hier mit gefährlichen Abfällen im Sinne des Gesetzes zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen (KrW-/AbfG) zu tun“, erklärte der eigens aus seinem Urlaub kurzfristig rückbeorderte Sprecher des Entsorgungsunternehmens. Wir haben es hier augenscheinlich mit gefährlichen Abfällen zu tun.“ Zur allgemeinen Klarheit: Als gefährliche Abfälle gelten Abfälle […] , die nach Art, Beschaffenheit oder Menge:

  • in besonderem Maße eine Gefahr für die Gesundheit und/oder die Umwelt darstellen,
  • explosiv oder brennbar sind,
  • Erreger übertragbarer Krankheiten enthalten bzw. hervorbringen können.

Die Exkremente in den iactierten Windeln sind eindeutig als gefährliche Stoffe in diesem Sinne identifiziert worden.

Windelwerfer gesucht

Für sachdienliche Hinweise zum Fahrzeug, Autokennzeichen oder eine detaillierte Personenbeschreibung der Verursacher ist eine Belohnung in Höhe von 100 sauberen Windeln ausgesetzt. Warum kein Geld? „Wir hoffen, dass sich der oder die Täter selbst anzeigen und den Windelwurf zugeben. Sollte ein plausibler Grund vorliegen, wollen wir nachsichtig sein.“ Für den Fall, dass der oder die Verursacher nicht ermittelt werden können, ist mit einem breiten DNA-Abgleich in der Bevölkerung zu rechnen. „Aus dem Grunde frieren wir die Kotproben ein, um sie für eine spätere erkennungsdienstliche Untersuchung zu konservieren.“ So viel Aufwand für das bisschen Kacke? – „Wir müssen mit aller Härte gegen die illegale Entsorgung gebrauchter Windeln vorgehen. Nicht auszudenken, wenn das Beispiel Schule macht“, so der Sprecher abschließend. Sachdienliche Hinweise können an jeder öffentlichen Windelwechselstation oder an der Windelklappe des örtlichen Entsorgungsunternehmens abgegeben werden. Wenn das man bloß kein Windelschwindel ist.

Text: Oliver Wessel

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